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Der internationale Informationsaustausch verschärft 2026 die Pflichten für Anmelder und AEO.
Seit dem 1. Quartal 2026 weiten HMRC, OECD und EU den automatischen Austausch von Steuer- und Zolldaten aus. Anmelder, Compliance-Verantwortliche und AEO müssen ihre Datenprozesse, Nachweise und Kontrollen anpassen.
Seit Januar 2026 verschärft das Vereinigte Königreich die Kontrollen beim Austausch von Steuerdaten. Die neuen HMRC-Leitlinien weiten die Formen des automatischen Austauschs und der multinationalen Zusammenarbeit deutlich aus. Mehrere hundert Rechtsordnungen sind einbezogen, darunter China, die Vereinigten Staaten und die Europäische Union.
Regulatorischer Rahmen für den Datenaustausch
Das Manual International Exchange of Information der HMRC, Fassung 2026, legt die britische Verwaltungspraxis für die bilaterale und multilaterale Übermittlung steuerlicher Informationen fest. Es regelt die Übermittlung von Daten zu Finanzkonten, Verrechnungspreisen, Country-by-Country Reporting, Regeln zur verpflichtenden Offenlegung und Vorschriften für Kryptowerte. Die HMRC erläutert die Rechtsgrundlage jedes Austauschwegs: "Die Teilnahme am Common Reporting Standard (CRS) ermöglicht es den Steuerverwaltungen, Informationen über finanzielle Vermögenswerte zu erhalten, die Gebietsansässige jedes Unterzeichnerstaats im Ausland halten" (HMRC, 2026, IEIM400000). Das Dokument erinnert daran, dass Vereinbarungen zwischen zuständigen Behörden, sowohl bilateral als auch multilateral, die Übermittlung von Country-by-Country-Reportings zwischen multinationalen Unternehmensgruppen organisieren, auch wenn in einzelnen Achsen Lücken fortbestehen, weil China zum Beispiel keine direkte Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten hat.
Anwendungsbereich und Arten des Austauschs
Das Spektrum der Informationsflüsse umfasst:
- individuelle und institutionelle Finanzkonten,
- Berichte zu Verrechnungspreispflichten,
- verbindliche steuerliche Vorbescheide,
- Gestaltungen und Intermediäre, die den Regeln zur verpflichtenden Meldung unterliegen,
- Transaktionen mit Kryptowerten und digitalen Plattformen.
Der Text präzisiert die Definition meldepflichtiger Informationen (IEIM402000) unter Verweis auf OECD- und EU-Standards und sieht die Nutzung von Listen anerkannter Rechtsordnungen vor (IEIM402340). Die automatischen Austausche sind jährlich strukturiert und mit den übrigen CRS-Unterzeichnern nach dem OECD-Kalender synchronisiert. Jüngere europäische Vereinbarungen erweitern den grenzüberschreitenden Zugang zu Steuerdaten, insbesondere über den am 5. Mai 2026 vom Ecofin angenommenen Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung des Mehrwertsteuerbetrugs. Er wird den Behörden OLAF und European Public Prosecutor's Office erstmals erlauben, nationale Mehrwertsteuerdatenbanken direkt einzusehen, statt auf bilaterale Austausche angewiesen zu sein (Bloomberg Law News, 05/05/2026).
Operative Folgen für die Praxis
Anmelder, Compliance-Verantwortliche und AEO, die britischen wie europäischen Vorschriften unterliegen, müssen diese Vorgaben in ihre internen Prozesse zur Erhebung, Aufbewahrung und Übermittlung von Daten integrieren. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Zollwertermittlung und dem Präferenzursprung bei Warenströmen, die Zoll- und Steueraspekte verbinden. Das Manual präzisiert die Pflicht zur laufenden Überprüfung durch Selbstzertifizierung, die Synchronisierung interner Vorabkontrollen vor der Übermittlung und das Vorhalten einer vollständigen Rechtsdokumentation (IEIM403140). Unterbleiben Meldungen oder ist die Qualität der übermittelten Daten unzureichend, können abgestimmte Kontrollen mehrerer zuständiger Behörden folgen, darunter ausländische Steuerverwaltungen und Zollbehörden (IRS 4.60.1, 2026). Die Reporting-Mechanismen für Kryptowerte und Plattformen sind an die EU- und OECD-Anforderungen 2026 angeglichen. Das erfordert den Aufbau vernetzter digitaler Datenflüsse in den eingesetzten Fachanwendungen.
Verzahnungen mit anderen Rechtsordnungen
Während die EU auf eine direkte Einsicht in nationale Datenbanken zusteuert, baut China seinerseits mit Golden Tax IV ein breit angelegtes Integrationssystem auf, das auf künstlicher Intelligenz beruht. Es verknüpft Steuer-, Zoll- und übertragbare Daten in Echtzeit und führt zu einer umfassenden Überwachung von Kapitalbewegungen sowie zu einer lückenlosen Nachverfolgbarkeit internationaler Handelsgeschäfte (Bloomberg Law News, 04/05/2026). Unternehmen, die mit China handeln oder dort Tochtergesellschaften gründen, müssen daher bereits ab 2026 die gleichzeitige Steuerung von Risiken aus rechtsordnungsübergreifenden Meldungen und unterschiedlichen Vertraulichkeitsstandards einplanen.
Die neuen Pflichten zur Meldung und zum wechselseitigen Zugriff auf Steuer- und Zolldaten treten im 1. Quartal 2026 schrittweise in Kraft.
Quellen: HMRC International Exchange of Information Manual, 2026 · Bloomberg Law News 05/05/2026 · Bloomberg Tax 04/05/2026.
Zitierte Quellen
- HMRC - HMRC