- The Trade Hub
- ...Nachrichten
- Regulierung
- Die EU will mit dem Industrial Accelerat...
Die EU will mit dem Industrial Accelerator Act 70 % lokale Inhalte in Elektrofahrzeugen vorschreiben.
Der neue EU-Rechtsakt soll für staatlich geförderte Elektrofahrzeuge einen Anteil von 70 % an Komponenten mit europäischem Ursprung verlangen. Das erhöht die Anforderungen an Ursprung, Rückverfolgbarkeit und Beschaffung.
Was Sie wissen müssen.
Die Europäische Union bereitet die Annahme des Industrial Accelerator Act (IAA) vor. Er verpflichtet Hersteller von Elektrofahrzeugen, die öffentliche Unterstützung erhalten, in ihren Modellen einen lokalen Anteil von 70 % mit europäischem Ursprung sicherzustellen. Diese Vorgabe soll die industrielle Souveränität der EU stärken und ihre Abhängigkeit von außereuropäischen Lieferketten begrenzen, insbesondere bei Batterien.
Kernpunkte.
- 70 % der Komponenten staatlich geförderter Elektrofahrzeuge müssen von europäischen Lieferanten stammen;
- 25 % des eingesetzten Aluminiums müssen "kohlenstoffarm" sein; für Stahl gilt derselbe Schwellenwert, allerdings ohne strikte Ursprungsvorgabe;
- Eine Lockerung der Regeln erlaubt es nun, bestimmte Drittländer bei öffentlichen Aufträgen für einige industrielle Schlüsselprodukte der EU gleichzustellen.
Kontext und Tragweite.
Der Text ist Teil der Strategie "Made in Europe". Sie soll externe Abhängigkeiten in kritischen Segmenten verringern. Zu einem Zeitpunkt, in dem die europäische Automobilindustrie unter einer Schrumpfung der Aktivität leidet, PMI des verarbeitenden Gewerbes bei 49,5 im Januar 2026, und unter einer Welle von Stellenstreichungen, mehr als 100.000 seit 2024 laut CLEPA, soll der IAA die lokale Fertigung stützen, insbesondere gegenüber der chinesischen Dominanz bei strategischen Batterierohstoffen wie Lithium, Graphit und Kobalt.
Außerdem ergänzt dieser Rechtsakt die Dynamik, die mit dem Plan ResourceEU und dem Critical Raw Materials Act (CRMA) begonnen hat. Beide Initiativen sollen die europäischen Bezugsquellen für kritische Rohstoffe bereits diversifizieren.
Auswirkungen für die Praxis.
Für Importeure, Exporteure und Zollanmelder verändern diese Pflichten die Art der erforderlichen Ursprungsnachweise und verschärfen die Kontrollen bei der Einfuhr. Hersteller müssen ihre Lieferketten überprüfen, mehr europäische Lieferanten einbinden und die Rückverfolgbarkeit besser dokumentieren. Industrieunternehmen der Automobilbranche müssen ihre Rohstoffbeschaffung anpassen, mit einem neuen Schwerpunkt auf dem CO2-Gehalt metallischer Komponenten. Unternehmen der Logistikbranche müssen sich auf präzisere Vorgaben zur Ursprungszertifizierung und zum ESG-Reporting stützen.
Nächste Schritte.
Die förmliche Annahme des IAA wird in den kommenden Monaten erwartet. Die genauen Anwendungsmodalitäten, insbesondere zur Anerkennung bestimmter Drittländer, wird die Kommission nach Bestätigung des Textes festlegen. Unternehmen sollten ihre Lieferketten schon jetzt prüfen und Vertragsänderungen vorbereiten, um die Einhaltung vor dem Inkrafttreten sicherzustellen.
Der IAA wird die Beschaffung von Automobilteilen tiefgreifend neu ordnen und damit die Wettbewerbsfähigkeit sowie die zollrechtliche Compliance europäischer Hersteller belasten.
Zitierte Quellen
- Eurometal - Eurometal