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Die EU hat sich auf die Reform des Zollkodex der Union mit Data Hub und neuer Zollbehörde geeinigt.
Der Rat der EU und das Europäische Parlament haben sich im April 2026 politisch auf die Reform des Zollkodex der Union geeinigt. Der EU-Zoll-Data-Hub startet 2028 für den E-Commerce, die neue Behörde in Lille mit Inkrafttreten des Textes.
Was Sie wissen müssen.
Der Rat der EU und das Europäische Parlament haben sich im April 2026 politisch auf die Reform des Zollkodex der Union geeinigt. Die Reform sieht einen europäischen Zoll-Data-Hub und eine neue Zollbehörde in Lille vor. Der Data Hub erfasst ab 2028 zunächst den E-Commerce und bis 2034 schrittweise alle Warenströme.
Kernpunkte.
- Der EU-Zoll-Data-Hub wird ab dem 1. Juli 2028 die zentrale Eingangsstelle für Förmlichkeiten im E-Commerce, der Vollausbau folgt zum 1. März 2034.
- Die Reform beruht auf dem Vorschlag der Kommission vom 17. Mai 2023 und durchläuft das förmliche Verfahren von Europäischem Parlament und Rat der EU. Die Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union wird 2026 erwartet.
- Anmelder und Spediteure müssen ihre Daten über ein zentrales System übermitteln. Das verändert die heutige Architektur des Datenaustauschs und die Anmeldeprozesse.
Kontext und Bedeutung.
Die Reform des Zollkodex der Union folgt dem Ziel, Zollverfahren in Europa zu digitalisieren und zu harmonisieren. Der geltende Zollkodex der Union, Verordnung (EU) Nr. 952/2013, erlaubt den 27 Mitgliedstaaten bislang nicht, eine gemeinsame Datenbasis zu nutzen. Die IT-Architektur bleibt daher fragmentiert. Mit dem Data Hub will die EU sämtliche Anmeldedaten bei einer neuen europäischen Behörde bündeln, der EU Customs Authority mit Sitz in Lille. Dieser strukturelle Umbau sieht eine einheitliche Steuerung von Kontrollen, Risiko und Dokumentenfluss vor. Das betrifft die Branche und die Zoll-Compliance unmittelbar, insbesondere im E-Commerce und bei der erweiterten Verantwortung von Fernabsatzverkäufern.
Auswirkungen auf die Praxis.
Anmelder müssen die Migration ihrer Systeme auf den einheitlichen Data Hub vorbereiten und ihre IT-Integrationsmodelle mit den nationalen Verwaltungen neu aufsetzen. Speditionen müssen ihre Verfahren an die neuen Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Risikomanagement anpassen, die die neue Behörde vorgibt. Importeure und Exporteure müssen die Entwicklung der Statusrechte frühzeitig einplanen, denn mit dem Trust and Check Trader (TCT) kommen Vereinfachungen, aber auch weitergehende Pflichten zur Datenweitergabe. Compliance-Officer müssen ihre internen Kontrollpläne überarbeiten, weil sich die Verantwortung im E-Commerce neu definiert. Plattformen werden zu Importeuren und unterliegen neuen finanziellen Sanktionsregimen bei systematischen Verstößen.
Nächste Schritte.
- Die Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union ist vor Ende 2026 vorgesehen, die Anwendung beginnt 12 Monate später.
- Der Data Hub für den E-Commerce startet am 1. Juli 2028, die Ausweitung auf alle Waren folgt am 1. März 2034.
- Die Branche muss Delegierte Rechtsakte und Durchführungsrechtsakte einplanen, die die Nutzungsbedingungen des Data Hub, die Voraussetzungen für die TCT-Anerkennung und den Sanktionsrahmen im E-Commerce präzisieren.
Die endgültige Einigung zur Reform des Zollkodex der Union umfasst den Data Hub, die neue Behörde, den TCT, den E-Commerce und eine gestufte Anwendung von 2028 bis 2034.
Quelle: Rat der EU, Europäisches Parlament, Vorschlag der Kommission vom 17.05.2023, Crowell & Moring Trade, cmtradelaw.com.
Zitierte Quellen
- Crowell & Moring Trade - Crowell & Moring Trade